Special Interest Group Morbiditätsindizes aus Sekundärdaten

Morbiditätsindizes sind ein zentrales Instrument der Versorgungsforschung auf Basis von Routinedaten. Sie werden zur Risikoadjustierung, Beschreibung des Gesundheitszustands sowie zur Vorhersage von Outcomes wie Mortalität, Hospitalisierung oder Gesundheitskosten eingesetzt. Gleichzeitig existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Indizes und Operationalisierungen, deren Auswahl und Anwendung von der jeweiligen Forschungsfrage abhängen.

Die Special Interest Group (SIG) „Morbiditätsindizes aus Sekundärdaten“ wurde 2023 innerhalb der AGENS gegründet. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, methodische Fragestellungen rund um die Entwicklung, Validierung, Anpassung und Anwendung von Morbiditäts- und Multimorbiditätsindizes zu diskutieren und praxisnahe Empfehlungen für die wissenschaftliche Nutzung zu erarbeiten.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem:

  • Überblick und Vergleich etablierter Morbiditäts- und Multimorbiditätsindizes
  • Validierung und Weiterentwicklung bestehender Verfahren
  • Operationalisierung auf Basis von Routinedaten (z. B. ICD-10, Arzneimittel- und Leistungsdaten)
  • Auswahl geeigneter Indizes für unterschiedliche Forschungsfragestellungen
  • Erfahrungsaustausch zu methodischen Herausforderungen und Good Practice

Publikationen

Die Arbeitsgruppe entwickelt, validiert und vergleicht Morbiditäts- und Multimorbiditätsindizes für die Anwendung in deutschen Routinedaten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Übertragung, Anpassung und Evaluation international etablierter Scores auf ICD-10-GM-basierte Abrechnungsdaten.

Ausgewählte Publikationen

  • Wicke FS, Glushan A, Schubert I, Köster I, Lübeck R, Hammer M, Beyer M, Karimova K. Performance of the adapted Diabetes Complications Severity Index translated to ICD-10. American Journal of Managed Care (Am J Manag Care). 2019;25(2):e45–e49.
  • Karimova K, et al. Evaluation of the Cambridge Multimorbidity Score using German claims data. American Journal of Managed Care (Am J Manag Care). Akzeptiert zur Publikation; voraussichtliche Veröffentlichung in der Ausgabe Oktober 2026.

Die SIG versteht sich als offenes Forum für Forschende, die mit Routinedaten arbeiten oder sich für Morbiditätsmessung und Risikoadjustierung interessieren. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen.

GruppensprecherInnen:
Dr. rer. med. Kateryna Karimova (Institut für Allgemeinmedizin Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Ingo Meyer (PMV forschungsgruppe, Universitätsklinikum Köln)

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.